Nach dem ersten gescheiterten Versuch Anfang 2024 brauchte ich erstmal Abstand.
Ich hätte nicht gedacht, wie sehr mich eine frühe Fehlgeburt treffen würde – auch wenn ich wusste, dass das Risiko dazu gehört.
Erst im Januar und Februar kam meine Regel wieder regelmäßig, und Anfang April fühlte ich mich bereit für einen zweiten Versuch.
Vor dem Start gab es wieder eine kleine Unsicherheit.
Im Ultraschall sah man erneut einen Gelbkörper, aber diesmal löste sich alles gut auf.
Am zweiten Tag der Periode bekam ich grünes Licht, um zu starten.
Das Protokoll blieb unverändert.
Gleiche Medikamente, gleiche Dosierung, gleiche Samencharge.
Ich wollte keine Veränderungen, sondern dem Prozess einfach noch einmal eine faire Chance geben.
Das Spritzen fiel mir diesmal deutlich leichter.
Ich war die ganze Zeit in Deutschland, hatte Urlaub, keine zusätzlichen Belastungen.
Nach sieben Tagen Stimulation war der erste Kontrollultraschall gut, drei Tage später stand die Punktion an.
Wieder sah man fünf bis sechs Follikel – ähnlich wie beim ersten Mal.
Aber diesmal, nach der Punktion, kam die Überraschung:
Acht Eizellen wurden entnommen.
Ich war sprachlos und unglaublich erleichtert.
Allerdings merkte ich auch, dass mich die Narkose stärker mitgenommen hatte.
Ich war müde, erschöpft, habe die nächsten Tage größtenteils im Bett verbracht und mich ganz bewusst auf Heilung konzentriert.
Bei der Befruchtung ergab sich wieder eine etwa 50-prozentige Erfolgsrate.
Am Tag vier nach der Punktion wurde mir der beste Embryo eingesetzt.
Die übrigen wurden weiterkultiviert – am Ende konnten zwei weitere Embryonen eingefroren werden.
Der Transfer selbst war emotional weniger intensiv als beim ersten Mal.
Ich fühlte mich weniger verbunden mit dem Embryo, fast wie eine stille Beobachterin eines medizinischen Ablaufs.
Das Gefühl, etwas „Großes“ würde jetzt entstehen, war diesmal leiser.
In den Tagen nach dem Transfer spürte ich deutlich weniger körperliche Anzeichen.
Meine Brüste spannten kaum, ich hatte kein starkes Gefühl der Veränderung.
Es fühlte sich eher an wie ein neutraler Prozess, nicht wie ein nahes neues Leben.
Schon an Tag 9 nach dem Transfer machte ich erste Frühtests – sie waren negativ.
Das bestätigte sich am Tag 12 durch einen offiziellen HCG-Bluttest:
Negativ. Keine Einnistung.
Ich bekam meine Periode sogar schon am zehnten Tag, was mir noch vor dem geplanten Bluttest die Richtung zeigte.
Es war enttäuschend – aber diesmal war es emotional klarer und weniger chaotisch als beim ersten Mal.
Parallel dazu veranlasste ich mit der Kinderwunschklinik eine erweiterte Diagnostik:
Blutwerte, Schilddrüse, Vitamin D, Eisenstatus und ein vollständiges Gerinnungsprofil.
Die Ergebnisse sollen helfen, eventuelle versteckte Ursachen zu finden – und den nächsten Schritt besser vorzubereiten.
Hier stehe ich jetzt:
Mit neuen Erfahrungen, zwei eingefrorenen Embryonen – und dem Mut, weiterzugehen.
Wiebke kann das. Vielleicht du auch.